Babylonia e.V.

Deutschlernen ist kein Luxus! (Text in einfachem Deutsch)

Die Sprachschule Babylonia e.V. gibt es seit über 40 Jahren. Sie ist in der Cuvrystraße 23a in Berlin-Kreuzberg. Wir sind eine selbstverwaltete Schule. Das bedeutet: Die Menschen, die hier arbeiten, entscheiden gemeinsam. Wir bieten Integrationskurse an. In diesen Kursen können Migrant:innen Deutsch lernen. Aber in unseren Kursen lernen die Menschen nicht nur die Sprache. Sie finden auch Freund:innen und fühlen sich willkommen. Deshalb ist unsere Schule für viele Migrant:innen ein wichtiger Ort.

Viele Kursteilnehmer:innen bekommen Geld vom Staat, damit sie den Kurs bezahlen können. Diese Unterstützung gibt es schon sehr lange. Ab den 1980er Jahren haben Menschen, die aus anderen Ländern zum Arbeiten nach Deutschland kamen, das Recht auf Deutschlernen erkämpft. Der Staat begann, Deutschkurse zu finanzieren. Im Jahr 2005 gab es eine große Änderung: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unterstützte nun Menschen mit einer längeren Lebensperspektive in Deutschland. Das BAMF zahlte eine Hälfte der Kurskosten und die Teilnehmer:innen zahlten die andere Hälfte.

Jetzt – über 20 Jahre später – hat das BAMF das beendet. Am 9. Februar 2026 informierte es die Sprachschulen: Asylbewerber:innen, Geduldete, Menschen aus der Ukraine und EU-Bürger:innen bekommen kein Geld mehr für einen Integrationskurs.

Das bedeutet: In diesem Jahr müssen ungefähr 130.000 Menschen ihren Deutschkurs selbst bezahlen, obwohl sie früher Geld vom Staat bekommen hätten. Viele haben nicht genug Geld. Deshalb werden sie kein Deutsch lernen können. Das Recht auf Deutschlernen, das Migrant:innen schon in den 1980er Jahren erkämpft haben, wird so kaputt gemacht. Das BAMF hat den Schulen nur eine kurze E-Mail geschickt und gesagt, dass es Geld sparen muss.

Wir sind eine kleine Sprachschule. Im Moment haben wir viele Probleme, weil sich die Regeln schnell geändert haben. Wir hatten keine Zeit, uns gut darauf vorzubereiten. Viele Menschen haben Monate auf eine Antwort vom BAMF gewartet, um mit dem Deutschkurs zu beginnen. Sie haben umsonst gewartet.

Auf der einen Seite wird gesagt, dass Migrant:innen kein Deutsch lernen wollen und sich nicht integrieren. Aber auf der anderen Seite bezahlt die Bundesregierung nicht mehr für ihren Integrationskurs und gibt den Sprachschulen weniger Geld. Bei Babylonia lernen jeden Tag viele Menschen zusammen. Wir sind die Kursteilnehmer:innen, die Lehrer:innen, die Kursorganisation, die Berater:innen. Wir arbeiten in einer schwierigen Situation, aber mit viel Herz. Unsere Sprachschule ist wichtig: Es ist ein Ort fürs Lernen, für Austausch und für Solidarität. Wir wollen diesen Ort nicht verlieren.

Bitte informiert euch über unsere Situation und helft uns bei unseren Protesten. Mehr Informationen findet ihr auf www.babylonia.de und www.instagram.com/babylonia_sprachschule.

Babylonia e. V.

Kontakt:
+49 (0)30 611 60 89
info [at] babylonia [dot] de

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